HOLTERDIPOLTER IN DER SOZIALGELDMASCHINE (2016)

Die Garage wird geöffnet
Die Kapelle der Guten Hoffnung
Hoffnung ist ein Bademantel
Der Staat ist immer für dich da
Bratwurst mit Rasierklinge
Silvesterabend
Glühwein
Octopus Vulgaris
Auf Kippe
Endlich zuhause
Der Zoobesuch
Drogen
Ich kann die alten Lieder nicht mehr hören



1
Die Garage ist geöffnet

(1)

Er blüht, er blüht,
der graue Regenschirm
erblüht, der graue Regenschirm erblüht
und die Garage wird aufgemacht,
die Garage wird wieder aufgemacht.

Die Morgengrauenkulisse
schiebt sich durch die Innenstadt hindurch
Dieselblutwind, Pech- und Rauch- und Schmerzwerbung,
hast du mal Feuer?

Auf dem Weg in die große Maschine
stöhnendes Gähnen erfüllt die Straßen
niemand bleibt stehen und atmet durch
die Maschine will immer mehr und
hat noch niemals geschlafen
Pumuckel wird aus dem Nachtkino gekehrt
oh kein Geld, kein Kaffee und kein Charme,
sind Gesichter wirklich lesbar?

Zu Mittag wird es wärmer und grauer,
es riecht nach Gewitter
niemand außer ich spürt die Gefahr
die am Stadtrand wartet
kaum noch warten kann,
und die große Maschine bleibt für alle da,
ihre ewige Liebe lässt sich niemals zähmen,
sie klebt an uns, sie trinkt unser Blut,
sie will mit uns eins werden,
oh die unbekannte Maschine
will immer immer mehr und immer mehr
und hat noch niemals geschlafen
und die Menschen spüren
dass ich was weiß, was sie nicht wissen

Schaut mich nicht so an!
Ich gehör nicht zu euch!
Alles was ich empfinde, gehört nur mir allein!

Ich räkel mich im feuchten Kompost rum,
bis mein Gehirn vollständig erigiert ist.
Ich will meine Seele in den Himmel spritzen,
damit Gott ausrutscht und ein Krüppel wird.

Koffeintabletten und
Grapefruitsaft und
Benzinkanister.
Mein Herz geht auf,
wenn ich weiß,
dass eure Sirenen
wegen mir heulen,
wegen mir,
wegen mir.

Ich komm davon, davon davon, komm immer davon,
fliehe in den schwarzen, unendlichen Kaffee,
es ist wirklich nicht möglich, echte Freunde hier zu finden,
und am Flussufer werden Bäume gefällt,
und Jungs und Mädchen halten sich
an den Händen selbstverständlich
wie fette, triefende Schwarzarbeiter
Burgerhackfleisch kneten nur
für fette, triefende Blauarbeiter
alle folgen den Programmen
die alle sich gegenseitig installiert haben
und jemand daneben mit beiden Beinen
erleuchtet von Nervositätigkeiten
Und die Polizisten stehen überall und sehen fast alles
und dürfen fast alles und flüstern misstrauisch
und tragen Maschinenpistolen.
So sehen Gewinner aus!
Du musst so tun, als hättest du nichts zu verbergen, Boy.
Du musst so tun, als hättest du keine Angst"


2
Die Kapelle der Guten Hoffnung

Oh, niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen,
niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen,
niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen....

Jeder gute Abend fängt mit einer Behauptung an
und wir behaupten, dass es sich lohnt, alles zu verlieren,
alles zu vermasseln, denn wir sind nicht allein und
es gibt immer was zu tun, denn es gibt immer was zu ruinieren,
Heimat ist wo es was zu tun gibt, also überall,
wir geben was wir haben, vielleicht ein bisschen weniger,
wir haben keine Eile, wir machen niemandem etwas vor,
wir sind nur Schauspieler, alle können sehen wie lieb wir uns haben,
alle verstehen unsere Botschaft, wir haben keine Geheimnisse.

Oh, niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen,
niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen,
niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen....

Flimmernder, plüschiger, polternder Karneval, 
der aus Sperrmüll, bunten Fahnen, Fackeln und Spiegeln,
blauen Luftballons, monströsen, weißen Federboas und Posaunen
und Pfeil und Bogen und tropischem Gelächter
eine zarte Würde behauptet, selbstherrlich wie Fantasiewesen.
Wir ziehen über den regenfrischen Gummiasphalt,
die alten Lampen und Ofenbleche von Franks Dachboden
verteilen wir an die lieben Leute und der Hahn kräht,
die Lokomotive beginnt frisch rasiert mit der Arbeit,
sie huckelt sich was auf und strampelt sich was ab.

"Willkommen zu unserer Frühlingsweihe!",
brüllt der Zappelphilipp aus der letzten Reihe,
wer ihm glaubt, der werfe den ersten Stein, 
das Recht, glücklich zu sein, kann man sich nur rauben.

Warum nicht gemütlich arm sein und in Würde besessen
von einer neuen Verliebtheit, die der Herbst gebracht hat,
ohne das man danach gefragt hab, man wird ja nie gefragt,
aber zweifellos kann man sie gebrauchen und missbrauchen,
und die Kapelle radattert über die neondunkle Innenstadt,
Wie kann man hier und heute auch nur irgendetwas noch ernst nehmen?
Ihr habt kein Recht auf Ruhe und Entspannung!
Ihr habt nichts verdient! Absolut gar nichts!
Ihr habt kein Recht auf Ruhe und Entspannung!
Ihr habt nichts verdient! Absolut gar nichts!

Ihr habt nichts verdient mit Euren beschissenen Jobs!
Ihr habt nicht mehr als einen Topf mit einer vertrockneten Blume
für all die Jahre verdient, in denen Ihr Euch angeschrien habt
wie dumme, brutale Kinder, die keine Scham mehr haben.
Habt Ihr immer noch nicht herausgefunden,
ob Ihr Opfer oder Täter seid?
Wusstet Ihr, dass Ihr mal eine Würde hattet?
Würde, Würde, ich finde keine Würde bei Euch,
nur Zweckbündnisse und leere Versprechen,
Haushaltsunfälle und Stromrechnungen.
Oh, niemand sagt hier ein warmes Wort,
hier können dir kleine Verfehlungen und Missgeschicke
zum tödlichen Verhängnis werden,
denn wir im Osten,
wir sind aus einem ganz anderem Holz geschnitzt,
wir schwitzen
und schnauben
und leiden wie echte Männer,
wie schnäppchengeile Verbrecher leiden
für schnäppchengeile Huren,
wir tragen alle stolz und wehrhaft
unsere Discount-Kleidung,
unseren Discount-Geruch,
unser Discount-Leben,
unsere Discount-Liebe.

Jenny hat sich als Napoleon verkleidet und ruft:
"Dem echten Elend kann man nichts entgegenhalten:
man kann es nur abschaffen oder man kann es eben nicht."
Ich bin froh, dass alle Momente vergehen und sich
nicht ansammeln wie Essenreste und Haare im Ausgußsieb.

Neonpink und neonkühlschrankgrün flimmert der Abend,
weich, aber nicht so charmant wie anfangs behauptet,
so kurz davor, langweilig zu werden,
ich schmolle und denke an ein Feuerwerk,
meine Freunde mit den bunten Hüten und langen Ohren
und den unendlich gemütlichen Pullovern
und den Rüschen und Zierkissen und Plastikrosen
und halbvollen und halbleeren Sektgläsern
sind schon lange müde, aber können nicht schlafen,
zu sehr dreht es und zu wenig macht Sinn.

Oh, niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen,
niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen,
niemand kehrt nachher das Konfetti zusammen....

Wir werden auf die Straße gekehrt von müden Bistrobesitzern,
die uns nicht länger teilhaben lassen wollten
an ihren schmatzenden Selbstgesprächen, schmatzschmatzschmatz!
Ich such mal einen Briefkasten und dann einen Kaffee
und dann haben die Anderen bestimmt den Bahnhof gefunden.
Morgen müssen wir in Frankfurt sein. Ich hasse diese Stadt.
Aber ich werde sie gern über mich drüberfahren lassen,
denn ich weiß, dass du mich lieb hast, schade, dass du nicht hier bist,
ich glaub, du hast Recht, diese Kapelle ist nicht das Richtige!
Aber ich geb ihnen noch eine Chance.






Glühwein
(zur Melodie von "Stille Nacht Heilige Nacht")

Draußen schneit es, drinnen ist es warm,
der Lichterglanz nimmt mir den letzten Charme,
besinnliche Tage wie im Katalog,
gemütlich genug um ganz locker und ehrlich zu sein:
Schau mich an! Ich gehöre nicht in deine Familie,
denn ich bin wirklich nicht dein Sohn.

Ich bin nur irgendjemand, er in stiller, dunkler Nacht, zufällig
aus deinem kalten Körper gezogen und dann
siebzehn Jahre lang dafür bestraft worden ist, mit deiner
biologischen Liebe, doch es hat nicht funktioniert:
im Traum brech' ich dir deinen kleinen Finger,
denn ich bin wirklich nicht dein Sohn

Ihr wolltet nicht mich, sondern irgendein Kind,
warum sollte ich euch dankbar sein?
Ohne dich und deinen Stecher gäb es mich nicht, ich weiß,
aber ist das ein Grund, gleich Telefonnummern auszutauschen?
Für mich bist du nur mein altes Geburtsloch,
oh glaub mir, ich bin nicht dein Sohn!

Mutterliebe ist keine echte Liebe,
man darf sie niemals persönlich nehmen,
die Mutter liebt niemals die Person des Kindes,
nur das Kind als Kind, als Fleisch, als Hoffnung, als Idee.
Die eigene Mutter ist deshalb die einzige Frau auf der Welt,
die einzige, die man Fotze nennen darf.




Der Zoobesuch

Dass meine Gesten niemals eindeutig sind
dass meine Worte niemals etwas einklemmen
dass meine Werte niemals leuchten
macht mich zu einem Ochsen des Ungefähr

Dass meine Mimik nichts verdeutlicht
dass meine Begriffe nichts fundieren
dass meine Hoffnung nichts heller macht
macht mich zu einem Tapir des Verdrusses

Dass du da warst
dass du da bist
dass du da bleibst
macht den Ochsen nervös
macht das Tapir wild

Dass meine Augen nichts erzählen
dass mein Verstand nichts stabilisiert
dass meine Zukunft mich nicht trägt
macht mich zu einer Ratte der Entsagung

Dass mein Gesicht nichts kann
dass meine Gedanken nichts wollen
dass meine Geschichte nichts erzwingt
macht mich zu einem Frosch der Leere

Dass du da warst
dass du da bist
dass du da bleibst
macht die Ratte anhänglich
macht den Frosch weise




Hoffnung ist ein Bademantel

Ich brauch nicht mehr als du mir geben magst,
ich hab nicht mehr verdient als du mir geben kannst,
ich erwarte niemals mehr als du mir geben willst,
ich lieb
dich wie
du mich
und kein bisschen mehr.

Die Traurigsten der Traurigen
stolzieren auf Sperrholz-Stelzen
gezimmert für sie von der Arbeiterwohlfahrt,
endlich geht es wieder vorwärts.

Wie schön ist es, würdevoll arm zu sein,
es braucht wenig, um glücklich zu sein.
geh langsam unsicher aus dem Leim,
tief in die allerhellste Manie

Hoffnung und Gemütlichkeit sind Geländer
von Treppen die nach oben und unten führen
Hoffnung ist eine Energie
die man so schnell es geht verschwenden muss




Der Staat ist immer für dich da

Der Staat ist für die kleinen Leute da,
also ganz gewiss auch für dich,
du musst ja essen und trinken und schlafen
und willst körperlich unversehrt sein
also berufe dich auf deine Würde
wenn du in der Klemme steckst
das Grundgesetz ist
eine Liebeserklärung
an alle Menschen
nimm sie ernst, schnell schnell,
bevor sie widerrufen wird

Die Brutalität des Marktes
die Brutalität des Marktes
will dich zum Tier machen

Du bist nicht allein hier unten
der Staat ist immer für dich da
seine Bürokratie ist zärtlich
hier unten
hast du ein Recht auf seine Wärme
nimm dir die Wärme,
bevor sie wieder genommen wird.

Du bist nicht allein hier unten
der Staat ist immer für dich da
er hat dir Freundlichkeit versprochen
du hast ein Recht auf seine Liebe

der gemütliche Sozialstaat
erlaubt dir tagelang nichts tun
wochenlang, jahrzehntelang nichts tun
nichts kleines für mich.




Silvesterabend

Das Lied fängt an zu leiern
und dein Hund fängt an zu knurren, wir torkeln in die
Hölle zu den Irren und den Huren.
Der letzte Abend des Jahres
will durchtanzt werden in Trance,
hältst du die Ballons oder nur die Balance?

Lasst mich aus dem Fenster fallen
mit Lametta und Sekt in den Haaren
ich könnte so viel leisten
doch viel mehr könnt ich mir sparen

Ich plückte Gänseblümchen
aus all meinen Niederlagen, blies sie dir in dein
Gesicht doch du hattest nichts zu sagen.
Du lächelst weil du weißt, ich weiß
ich brauch dich viel mehr als du mich
und ich steig auf den Küchentisch.

Lasst mich aus dem Fenster fallen
mit Lametta und Sekt in den Haaren
ich könnte so viel leisten
doch viel mehr könnt ich mir sparen

Wie lang willst du denn eigentlich
in dieser Stadt noch bleiben? Du wolltest doch in
Köln 'nen Unglücksratgeber schreiben.
Na ich für meinen Teil hab mich mit
Dresden abgefunden, hier leck ich meine
Fehler und vertief meine Wunden.

Lasst mich aus dem Fenster fallen
mit Lametta und Sekt in den Haaren
ich könnte so viel leisten
doch viel mehr könnt ich mir sparen





Octopus Vulgaris

Indem ich nichts fühle, bin ich die Krankheit,
indem ich nichts will, bin ich die Krankheit.
Meine Depression ist ein Octopus Vulgaris

Indem ich nichts mehr hoffen kann, bin ich geknickt,
weil mir alles egal ist, kannst du mich knicken!
Meine Depression ist ein purpurner Octopus Vulgaris
mit Senfsoße obendrauf.

Indem ich keine Wahl haben will, geb ich auf,
indem ich nicht nach oben strebe, bin ich der Sturz.
Meine Depression ist ein purpurner Octopus Vulgaris
und zerläuft über den Mikrowellengrill.

Plötzlich gibt es nichts mehr zu sagen
und die Leute verlieren sich in sich selbst,
keiner stößt bei irgendwem mehr an,
denn alles ist gepolstert von weichem, warmem Octopus
und kann in Würde altern,
in Würde schmelzen,
im Würde gebraten werden
vom Stroboskop-TV.



Bratwurst und Rasierklinge

Verklemmte Schwuchtel mit Erdbeerherz,
gegen die Gleichgültigkeit der Automobil-Lawinen
weiße, strahlend saubere Hosen, heut ist Freitag,
mein kuschliger Pullover, vielleicht kommst du heut.

Der Himmel leuchtet, ein grauer Sumpf,
denn Gott, musst du wissen, ist ein trauriger Messie,
sogar sein Vermieter hat keinen Bock auf ihn,
das ganze Haus hält sich beim Vorbeigehen die Nase zu,
wir sehen ihn manchmal auf dem Balkon im Schaukelstuhl schaukeln.
Er sieht alles und nickt alles ab, was bleibt ihm übrig?
Mit dem Mietebezahlen ist das eben so'ne Sache...
Ob sein reicher Onkel in Italien noch lebt?
Oh yes, he's sitting and starring and sitting and starring....

Wir versuchen unser Glück im Baumarkt,
auf dem Wagenplatz und in der Wüste,
irgendwo gibt es ein passendes Werkzeug,
eine passende Sucht.

Wenn wir uns nicht über alle Dinge stellen,
werden sich alle Dinge über uns stellen!
Nach uns werden Straßen und Plätze
und Friedhöfe und Grundschulen benannt.

Die Architektur der Stadt lässt mich nicht weinen
über die Entfernung die jede Nacht niemand, niemand
zwischen deinen und meinen schlafenden Körper
geparkt hat, um nichts zu bewirken, nichts.
Ich wünsche mir ein großes, weißes Segelboot
auf dem ich solang die Welt umkreisen kann,
bis du mir glaubst, dass ich neben dir einschlafen will.
We're sitting and starring and sitting and starring ...

Die Schmetterlinge meiner Langeweile
wollen alle Gedanken zerschnottern,
ich will nicht mehr
geradeaus laufen können,
ich möchte nicht
der Illusion verfallen
auf dem richtigen Weg zu sein,
aber eines ist sicher,
lieber spring ich in eiskaltes Wasser
als noch einmal
die Frau aus Eisen und Stein zu umarmen,
und mein Körper
kriecht in seine Höhle
füttert sein Stachelschwein
legt sich ins Bett
assoziiert unter der Decke
bis ihm eine Idee für einen Traum
auf den Bauchnabel tropft
wie ein heißer Kuss.





Drogen

Der Morgen, strahlende Rosenknospe
meine Augen schwarz vor Erregung
alle Bewegungen kommen aus der tiefsten Tiefe
das Leben muss unter allen Umständen Spaß machen

Ich reagiere gern auf bestimmte Substanzen
am liebsten auf die Feuchte deiner Lippen
alle Bewegungen kommen aus der tiefsten Tiefe

Befreit von dieser elenden
Konzentrationsfähigkeit,
durchschaut von all meinen Freunden,
kann ich, was ich können sollte.
Erschlagen von allen Möglichkeiten
weiß ich, was ich wissen müsste

Das Sozialamt beschränkt meinen Spielraum
der Heimatminister umzäunt meinen Freundeskreis
ich fahr mit dem Fahrrad durch mein Universum
ich spiel unter der Decke an meinem Piano herum.

Meine Ungeduld wiegt so viel
wie ein Presslufthammer





Auf Kippe

Dünner, goldner Sekt leuchtet in Gläsern
geschlürft im verrauchten Hotel
von den dicken, trägen Herren der Schöpfung
die im Abend ihres Lebens stehen
und ihre grau-leuchtenden Gummi-Gesichter
manisch verrenken und schief wie der Wind
verbunden sind von leuchtenden Spasmen der Habgier
und monotone Musik
peitscht die Vulgarität
auf die Spitze

Ich tu so, als wär ich vom Zimmerdienst
und verköstige sie mit Schnaps auf Kosten des Hauses
und drehe heimlich die Raumtemperatur nach oben
bis ihre Eiweißmoleküle anfangen zu denaturieren.

Verdammte Salamander-Brut!
Verdammte Salamander-Brut!
Verdammte Salamander-Brut!




Endlich zuhause

Endlich wohne ich wieder in einem richtigen Zimmer
in einer richtigen Wohnung in einer richtigen Straße,
die neue Umgebung macht mich zu einem neuen Menschen.
Die Tage des Siffs sind gezählt
und der Kaffeenachschub wird nicht gestoppt.

Endlich kann ich wieder besucht werden
und endlich passiert wieder jeden Tag etwas Schönes
in meinem Zimmer und in der Küche und dem Flur
und dem Treppenhaus und sogar im Klo,

Endlich hab ich wieder Mitbewohner, die ich gebrauchen kann,
ich kann sie falten und in meine Jackentasche stecken,
ich kann sie bunt anmalen
oder ein hellblaues Schleifchen um sie binden,
ich hab endlich wieder Lust den Müll runterzubringen
und den Herd zu putzen
und jeden zweiten Tag ein rosa Schaumbad zu nehmen.





Ich kann die alten Lieder nicht mehr hören

Ich kann die alten Lieder nicht mehr hören
mit denen Daddy sich etwas vormacht,
aber ich kann sie auch nicht einfach das Klo runterspülen

Niemals werde ich richtig entspannt sein,
und immer werde ich Löcher in den Schuhen haben
und stolpern