to see if I still feel.
Ein leerer, grauer Himmel sitzt mir im Genick,
ein leichter Schmerzstich hinterm Auge zieht alles Schlechte zu mir heran,
und ich glaub nicht dem Auto, das über meine Füße fährt
und nicht dem was dein Herz sagt, wenn du mich nicht siehst.
Wir können uns in dieser Stadt nicht entspannen.
Ich glaub nicht dem Wasser, das wir jeden Tag trinken
und auch der Musik nicht, die mich zusammenstaucht,
Vergangenheit sammelt sich an, bis die Wohnung umfällt.
Du gehörst nicht hier her.
Du musst nicht wissen, wohin du gehörst,
um zu wissen, dass du nicht hier her gehörst.
Ich würde dich umarmen,
wenn ich nicht nur eine Stimme wäre.
Ich will ein skeptischer Musiker sein.
Es gibt nur eine große Tat
zu der ich berufen bin.
Es darf niemals dazu kommen.
Ich schlaf nicht ein
ich bleibe wach und
die ganze Stadt ist
eine Mauer.
Ich verschwind
in einem Sumpf und
meine Weile
zieht sich lang.
Ich rück mir
auf die Pelle
bis zum Fleisch
Meine Dringlichkeit
hat keinen Gegenstand.
Jeder Gegenstand
ist das Gegenteil meiner Schwammigkeit.
Jeder Gedanke
ist das Gegenteil meiner Verwahrlosung.
Ich rücke mir immer mehr auf die Pelle
und finde nicht mehr als Pelle.
Erst wenn man die Worte zerstört,
gelangt man hinter die Pelle.
Wer singt und schreibt und musiziert und tanzt,
ist gekettet an Ausdruck und Grammatik und
kann nicht frei sein und auch nicht völlig leiden.
Nur wer sich nicht äußert, kann in Freiheit leiden,
sich leidend vertiefen
in den endlosen Punkt der Wahrheit.
Der Müdigkeit trotzend,
ihr ganz langsame, weiche Worte
entgegenhaltend,
den Organen ausgeliefert,
genieße ich die Mattheit, die Verspannung,
die Kälte, die stinkende Kleidung,
mein wüstes Zimmer,
meine Gleichgültigkeit.
Ich zementiere meine letzte Wahrheit,
bevor der Markt und der Staat mich jagen.
Ich lege mich nicht ins Gras,
ich klettere nicht auf einen Baum,
ich springe nicht in den See,
ich umarme keinen Menschen.
Nichts und niemand kann die Nähe ersetzen,
die ich brauche, für die mein Körper aber nicht ausgelegt ist.
Die Formlosigkeit meines Schweigens
bäumt sich auf gegen meine Konzentrationsfähigkeit
und findet keinen Kanal.
Nur die Erinnerung an Musik unterscheidet mich
von der Peinlichkeit meines Atmens.
Unerwiderte Liebe macht maßlos.
Loszulassen ist nicht schwer
wenn man sich im Kreise dreht
und immer tiefer in den Boden des Ungefähr.
Schummriger Blick, kaltes Misstrauen,
alle Worte zerrieben,
über alle Muster und Strukturen steigend
unempfänglich sein für Fragen und Antworten dieser Gesellschaft
Die Sehnsucht nach einem üppigen, bunten Garten,
fern von Menschen und Maschinen.
Den ganzen Tag zwischen Bäumen und Blumen sitzen
und nichts tun, bloß Tee trinken und in die Welt schauen.
Einmal am Tag einen schönen Satz aufschreiben,
der aus einem vollen, stillen Herzen kommt.
Den Körper und das Bewusstsein entgiften.
Meditation.
Im Vollmond singen, laut herumschreien.
Riesige, unglaubwürdige Gebärden machen.
Extremes Übertreiben, um aus der Routine zu kommen,
um zu sehen, was noch da ist.
Es muss doch noch etwas Anderes da sein!
Es ist immer noch was Anderes da,
es ist immer noch etwas Anderes möglich!
Je länger man wach ist, desto ernster wird die Welt.
Je länger man wach ist, desto ernster wird die Welt.
Ich habe Lust, meinen Kopfschmerz in alle Gegenstände zu bohren,
in alle Menschen die an meinem Haus vorbeigehen.
Ich atme tief ein und tief aus und verliere jede Hoffnung,
dass mich irgendjemand hier findet,
während mein Herz in meinen Körper sägt und mich verwandeln will
wie der Frühling die Bäume und er wird es niemals schaffen.
Es ist absolut egal, auf welchem Weg du bist,
denn alle Wege gehen in die falsche Richtung.
Da es immer nur darauf ankommt,
die richtige Musik und das richtige Gesicht aufzulegen,
aber du dir weder das eine noch das andere mehr leisten kannst,
stehst du außerhalb von allem,
dort wo es nichts mehr zu holen gibt,
ein ungeheuer angespannter Urzustand,
aus dem heraus du alles tun kannst, wozu du sonst nie den Mut gehabt hättest.
Fühle die Freiheit, die dir in dein Herz sticht!
Suhle dich darin, schau nicht zurück!
Niemand weiß, wer du bist.
Hier unten bist du frei wie eine Ratte.
Lass dich von deiner Abgelöstheit nicht auflösen,
Glaub nicht, dass du gescheitert bist, bloß weil deine Worte gescheitert sind.
Alles, was du abnickst, macht dich älter und kälter.
Alles, was du abnickst, macht dich älter und kälter.
Die Unendlichkeit die mich erwartet, ist identisch
mit der Unendlichkeit, die ich hinter mir habe.
Der Ekel davor, dass meine Haare und Fingernägel und Fußnägel wachsen,
und das Wissen, das die Unendlichkeit, die mich erwartet,
identisch ist mit der Unendlichkeit, die hinter mir liegt,
lässt mich keinen erholsamen Schlaf finden,
Ich reibe mir die Augen und erkläre
meine Unfähigkeit, erholsamen Schlaf zu finden,
zu meiner Festung.
Je geschmackloser, desto authentischer.
Je sinnloser, desto glaubwürdiger.